Jens Riewa

Auf die Frage, wann er zum ersten Mal Nachrichten bewußt wahrgenommen habe, antwortete JENS RIEWA kürzlich in einem Interview: "In der Presseschau. Schon als kleiner Steppke war ich mächtig stolz, wenn ich die im Fernsehen eingeblendeten Artikel genauso schnell mitlesen konnte, wie der Onkel da". Heute kennt er nicht nur die Kollegen der Presseschau des SFB persönlich, sondern auch jene Sprecher, die Deutschlands erfolgreichste Nachrichtensendung allabendlich präsentieren.

Seit Januar 1994 gehört JENS RIEWA auch für die Zuschauer sichtbar zum Team, denn vorher gab er mit seiner markanten Stimme "nur" den aktuellen Filmberichten den letzten, professionellen Schliff.





Geboren wurde JENS RIEWA am 02. Juli 1963 in der weit über die Landesgrenzen Brandenburgs hinaus bekannten Spreewaldstadt Lübbenau. 11 km entfernt, in Lübben, wuchs er mit zwei Geschwistern auf. Seiner Heimatstadt, die er heute nur noch viel zu selten besuchen kann, kehrte er erst 1982, nach dem Abitur, den Rücken. 3 Jahre Armeezeit - notwendig, wenn man in der damaligen DDR danach einen ordentlichen Studienplatz erwischen wollte- verschlugen ihn dann auf einen Militärflugplatz an der polnischen Grenze. "Ein Ort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagten, aber der Job im Tower als Fluglotse hat mich wirklich begeistert, doch allemal besser, als durch irgendwelche Gräben gejagt zu werden." Superschnelle MiG-29 Flugzeuge folgten seinen Worten - auf russisch.

Recht spanisch kam ihm 1985 sein Studium vor. "Technologie des Bauwesens - das klang nicht nur staubtrocken, sondern war es auch. Da ich aber nach einem Verkehrshochschulstudium in Dresden älter als 27 gewesen wäre, fiel auch der, Dank seiner Spezialausbildung bei der Armee in greifbare Nähe gerückte Fluglotse im zivilen Bereich, ins Wasser", erinnerte sich JENS RIEWA. Kurz entschlossen ließ er Studium Studium sein und entschied sich, erst einmal weitere drei Jahre Kampfflugzeuge über seinen Radarschirm zu jagen. Ein Urlaubstag in Berlin sollte Ende 1987 dann bestimmend für die nächsten Jahre werden.

Während einer Benefizveranstaltung auf dem Alexanderplatz, bei der Radio- und Fernsehstationen auch auf Talentsuche waren, las JENS RIEWA nur so zum Spaß eine Moderation vor. Rosemarie Grosse, Chefsprecherzieherin des BERLINER RUNDFUNKS, wurde auf ihn aufmerksam, und bot ihm eine professionelle Ausbildung an. Deutschlands ältester Rundfunksender bekam eine neue Stimme. Doch bis es soweit war, galt es unter der harten Anleitung von Frau Grosse korrektes, völlig akzentfreies Deutsch zu lernen. "Wir nannten das immer Schnauzentraining, und oft hatte ich nach dem Unterricht Muskelkater im Gesicht".

Innerhalb kürzester Zeit lernte JENS RIEWA die gesamte Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten für einen Profisprecher kennen. Nachrichten, große Klassiksendungen, Hörspiele, Features - JENS RIEWA bewies Talent und bekam wegen seiner jungen, flippigen Art 1988 seine erste, eigene Radiosendung. Die Top 20 und jede Menge Lifestyle fand sich fortan in seinem MUSIC-SHOP wieder. Ein halbes Jahr später bekommt JENS RIEWA das Angebot, eine Fernseh-Kindersendung zu moderieren: "Wie wär’s - Hobbys, Spiele, Basteleien". "Mit 25 Kindern und 6 Kameras ohne Generalprobe meine erste Fernsehsendung. Regie und Kameraleute waren während der Sendung ständig einer Ohnmacht nahe, weil ich nie da stand, wo es das Drehbuch vorsah, aber die Kinder waren begeistert", erinnert er sich an seine ersten Schritte auf dem Adlershofer Fernsehgelände.

Immer wieder wird der gutaussehende Mädchenschwarm auch für die Programmansage verpflichtet, aber "so gut wie der Tersz wäre ich da wohl nie geworden". Im Wendejahr 1989 entdeckt ihn das Jugendmagazin ELF 99 als Präsentator für seine respektlose NEWS-Achse. Ohne RIEWAS "Das war’s. So sahen wir den Tag" ging in dieser Zeit wohl kein politisch interessierter Mensch ins Bett. Jene Nachrichtensendungen waren es dann auch, die 1991 den NDR auf JENS RIEWA aufmerksam werden ließen. Doch seine jungenhafte Ausstrahlung war wohl noch etwas zu jugendlich für ein Sprechen im Bild.

Doch im Januar 1994 rückte die bisherige OFF-Stimme der Tagesschau ins ON. Fortan galt es wöchentlich zwischen Hamburg und Berlin zu pendeln, denn in der Hauptstadt arbeitete JENS RIEWA gleichzeitig als Chefsprecher und Moderator beim ORB. 1995 wurden beide Tätigkeiten gleichzeitig zuviel. RIEWA entschließt sich für das Flaggschiff der ARD und die Hansestadt Hamburg. "Auch wenn ich den Spreewald sehr mag, mittlerweile gibt es keine andere Stadt, in der ich mich so zu Hause fühle, wie in Hamburg" Hier trifft man den leidenschaftlichen Hobbykoch dann vielleicht auch beim rasanten Inline-Skaten um die Alster. Die Begeisterung für diesen Sport teilt lediglich ein Mensch nicht. Der Produzent der von RIEWA monatlich moderierten "Deutschen Schlagerparade", Dieter Thomas Heck, fürchtet regelmäßig um den Gesundheitszustand seines Schützlings - nur vor großen Showsendungen, wie z. B. dem Grand Prix Eurovison de la Chanson, den JENS RIEWA souverän und vielgelobt von den Kritikern 1996 erstmals in de ARD moderierte, gibt es eine Verbotsklausel für seinen Lieblingssport.